Beitrag anzeigen

Gesichtswasser in der Kosmetik

07.04.2012 10:38
Gesichtswasser in der Kosmetik

Belebendes Elixier in der Kosmetik

Gesichtswässer (engl. Toner, Tonic) gehören heute zu fast jeder Kosmetiklinie. Sie klären, erfrischen – und pflegen die Haut mit gezielten Inhaltsstoffen.

Von der Formulierung her betrachtet, sind die erfrischenden Toner wässrige Lösungen, die je nach Zweckbestimmung weitere gelöste Stoffe enthalten. Ihre wässrige Grundlage soll Reste von Kosmetik von der Haut herunterspülen sowie Talg und Horn – insbesondere im Bereich der Porenöffnungen – entfernen. Dadurch soll die Hautoberflächentextur verfeinert werden. Zusätzlich kann die kühlende Wirkung von Wasser nützlich sein.

Manche Tonics auch Thermalwasser, das aus natürlichen Quellen gewonnen wird. Diese verfügen über charakteristische Anteile von Elektrolyten, Mineralsalzen und Spurenelementen wie Bicarbonat, Kalzium, Silikate, Magnesium, Selen, Kupfer, Zink, Eisen, Fluor, Silber oder Mangan. Sie werden nicht nur als Grundlage für Gesichtwasser mit verschiedenen weiteren Inhaltsstoffen genutzt. Oft sind sie ohne weitere Zusätze in Form von Sprays erhältlich.

Die Feuchtigkeit binden

Der Zusatz von Alkoholen in Form von Ethanol oder Isopropanol erfolgt mit unterschiedlichen Zielen. Zum einen sollen sie fettlösend wirken, also Produktreste und überschüssigen Talg lösen. Zum anderen wirken die Alkohole antiseptisch. Außerdem haben diese leicht flüchtigen Substanzen einen kühlenden Effekt und können durch Gefäßerweiterung die Durchblutung der Haut anregen. Der Nachteil: Alkohole können zu stark entfettend wirken. Isopropanol hat dabei einen stärkeren entfettenden Effekt als Ethanol. Beide Alkohole sind wasserlöslich, sie binden also Wasser. Verdunsten sie auf der Haut, kann es deshalb zu Feuchtigkeitsverlusten kommen.

Um diesem Effekt entgegenzuwirken und Wasser in der Hornschicht zu binden, wird wohl am häufigsten Glycerin eingesetzt. Der dreiwertige Alkohol besitzt ein gutes Wasserbindungsvermögen. Überdies kann Glycerin gut in die Haut gelangen. Auch Sorbitol und Harnstoff (Urea) eignen sich als feuchtigkeitsbindende Substanz. Durch die verstärkte Wasserbindung in der Haut wird nicht nur lokal der Stoffwechsel stimuliert: Die Quellung der Hornschicht verringert sich auch die Breite der Furchen auf der Hautoberfläche. Sie erscheint dann heller, glatter und regelmäßiger.

Stabilisiert den pH-Wert

Wie in anderen Produkten werden Fruchtsäuren in Gesichtswasser ebenfalls mit dem Ziel in der Kosmetik eingesetzt, die Verhornung der Haut zu vermindern. Sie können außerdem die Wasserbindungsfähigkeit der Haut erhöhen und diese durch Quellung der Hornzellen glatter erscheinen lassen. Außerdem beschleunigt eine verbesserte Hydration der Haut indirekt die Desquamation (Abschuppung) der obersten Hornschichten. Im Gegensatz zu anderen feuchtigkeitsbindenden Substanzen verbleiben Fruchtsäuren länger auf der Hautoberfläche als beispielsweise Glycerin oder Urea – ihre Wirkung hält also länger an. Das ist auch in Bezug auf den pH-Wert der Hautoberfläche von Bedeutung, der sich mit Fruchtsäuren über längere Zeit deutlich senken und stabilisieren lässt.

Kosmetikpräparate mit Aloe, Kamille & Co

Häufig werden in Gesichtswassern pflanzliche Extrakte von Aloe vera, Kamille, Hamamelis virgina, Calendula officinalis, Gingko, grünem Tee, Soja oder aus ätherischen Ölen verwendet. Sie werden eingesetzt, um:

  • die Feuchtigkeit der Haut zu verbessern, 
  • sie über eine adstringierende Wirkung zu schützen, 
  • sie über eine antiirritative, antientzündliche und antimikrobielle zu beruhigen. 

Pflanzenextrakte verändern darüber hinaus vor allem Farbe und Aroma der Produkte verändern. Doch auch Naturextrakte können unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen, wie irritative Hautreaktion, Allergien oder eine erhöhte Photosensitivität. Dies gilt insbesondere für Bestandteile mit niedrigem Molekulargewicht.

Autor: Dr. med. Tilmann Reuther

Für jede Haut das richtige Tonic in der Kosmetik

Trockene Haut

Wesentliches Ziel eines auf diesen Hautzustand abgestimmten Gesichtswassers ist es, die Wassermenge in der Haut zu steigern und sie nicht zusätzlich zu irritieren. Die Produkte sind deshalb alkoholfrei sowie frei von Farb- und Duftstoffen. Neben feuchtigkeitsbindenden Substanzen und pflegenden Komponenten enthalten sie möglichst wenig Inhaltsstoffe. Bei leicht irritierender Haut ist reines Thermalwasser von Nutzen.

Seborrhoische Haut

Gesichtswässer für diesen Hauttyp enthalten oft eine wässrig-alkoholische Grundlage, um die Haut zu entfetten. Auch keratolytische Substanzen (z.B. Salicylsäure) sind häufig zu finden. Diese sollen Verhornungen – vor allem im Bereich der Poren – reduzieren. Insgesamt ist es ratsam, nicht zu hohe Alkoholmengen zu verwenden, da durch eine starke Entfettung der Talgfluss reboundartig verstärkt werden kann. Um dem entgegenzuwirken enthalten manche Toner pflegende Komponenten; teilweise auch fettabsorbierende Partikel und weitere antimikrobielle Substanzen.

Empfindliche Haut

Typischerweise treten beim Auftragen unterschiedlicher Substanzen und Produkte Missempfindungen wie Kribbeln oder Brennen (Stinging) auf. Entsprechend werden viele Kosmetika nicht toleriert. Bei einem solchen Hauttyp haben sich die insgesamt sehr milden Thermalwasser bewährt.

Abgelegt unter:

Zurück