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Geschichte der Enthaarung und der dauerhaften Haarentfernung

09.04.2012 11:30
Haarentfernung durch Waxing

Was wir heute im Bereich der Haarentfernung und dauerhaften Haarentfernung als selbstverständliches und mittlerweile unproblematisches Prozedere kennen, war - aus historischer Sicht betrachtet - ein langer und teilweise auch schmerzvoller Entwicklungsprozess. Bereits die Höhlenmenschen verspürten den Wunsch nach glatter Haut, Männer z.B. rasierten sich bereits vor 20.000 Jahren den Bart. Damals wurden die Haare mit Hilfe von Steinen oder auch Muscheln regelrecht „abgekratzt“.

Ungefähr 4000 vor Christus wurden Mittel aus Harzen, Pech, Ziegengalle, Efeu-Extrakten, Eselsfett und sogar Fledermausblut verwendet, um lästige Haare loszuwerden. Im frühen Arabien wickelten die Frauen Fäden um ihre Finger. Mit den Schlaufen, die sich bildeten, rissen sie mit schnellen Bewegungen die Haare aus. Cleopatra z.B. verwendete Zucker- oder Bienenwachs zur Enthaarung. Die Römer wiederum rasierten ihre Gesichter, teilweise waren sogar hochwertige Bronzerasiermesser im Umlauf.

Dann fingen römische Kaiser an, ihre Haare auszuzupfen. Die Römerinnen zupften ihre Augenbrauen bereits mit speziellen Pinzetten. Im frühen Ägypten und im mittleren Osten galt ein glatt rasiertes Gesicht als Statussymbol. Neben Rasierern wurden hier ebenso Enthaarungscremes als auch Bimssteine verwendet. Was für uns heute ganz erstaunlich ist - sowohl Männer als auch Frauen rasierten sich eine Glatze, um mit aufwendigen und pompösen Perücken aufzufallen.

Die glatt gepflegte Haut am Körper war nicht nur Erkennungszeichen von gesellschaftlich gehobenen Schichten, sondern wurde aufgrund des heißen Klimas, in dem sich sehr schnell Keime und Krankheiten ausbreiteten, auch als präventive Maßnahme gegen Infektionen praktiziert. Wachs- und Zuckerpasten als Mittel zur Haarentfernung waren schon damals bekannt. Indem man Zucker mit Zitrone und anderen, natürlichen Bestandteilen vermischte und verkochte, entstand eine Paste, die entgegen der Haarwuchsrichtung aufgetragen und dann abgezogen wurde. Diese Enthaarungsmethode hat ihren Ursprung angeblich in bestimmten Hochzeitszeremonien. Vor der Hochzeitsnacht wurden nämlich bei der Braut bis auf Augenbrauen und Kopfhaare alle anderen Haare entfernt, weil der enthaarte Körper während der Hochzeit als Reinlichkeits- und Respektsymbol gegenüber dem Mann galt.

In Amerika z.B. zupften sich die Eingeborenen ihren Bart haarweise mit zwei Muschelhälften aus, die sie gegeneinander drückten. Um 1700 wurden Umschläge mit bestimmten ätzenden Stoffen verwendet, um die Behaarung „wegzubrennen“. 1844 gab es in Amerika pulverisiertes Haarentfernungsmittel. In Brasilien ist die Haarentfernung bereits so fest verankert, dass diese Technik sogar in Form von Hausbesuchen angeboten wird.

In Europa ist die Haarentfernung seit der Zeit der alten Griechen und Römer bekannt. Die erste galt zu römischen Zeiten bei jungen Männern als Symbol des Erwachsenenalters. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts galt es als schick, gezupfte Augenbrauen und eine hohe rasierte Stirn zu tragen. Die hohe Stirn kam lange nicht aus der Mode und konnte eine Frau damit nicht dienen, so zupfte sie einfach die vorderen Haare aus.

Mittelalterliche Methoden zur Entfernung von Haaren basierten auch auf zermahlenen Eierschalen oder einem Gemisch aus Essig und Katzenkot, dass auf der Haut verarbeitet wurde. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts erfand dann ein französischer Herrenfriseur, das erste Gerät, das einem modernen Rasierer ähnelte. In New York entstanden1940 chemische Enthaarungsmittel als Begleiterscheinung des damals herrschenden Weltkriegs. Strümpfe waren rar und die Beine dadurch nicht bedeckt. Schon damals wollten Frauen haarlose Beine haben. Sie benutzten Lotionen und Schäume, die die Proteinstruktur der Haare auflösten und somit bis zu einer Woche lang für glatte Haut sorgten.

Auch heute werden modernere Varianten davon noch oft verwendet. Auch die aus dem Orient bekannte Technik der Enthaarung mit Zuckerpasten wird noch heute – unter dem trendigen Namen „Sugaring“ – erfolgreich angewendet. An der klebrigen Mischung aus Zucker und Zitronensaft bleiben die Haare hängen und können so ausgerissen werden. Die Enthaarungsmethode mit Heißwachs ist ebenfalls altbekannt. Früher wurden Talg und Harz verwendet, die jedoch stark erhitzt werden mussten. Die Masse wurde dann auf die Haut aufgetragen und mitsamt den darin eingeschlossenen Haaren abgezogen. Heute werden Kalt- und Warmwachs als moderne Formen unterschieden. Die ersten Kaltwachsstreifen entstanden um 1970. Ein Chemiker erfand eine klebrige Substanz, die er auf Papier aufbrachte und dazu nutzte, Haare zu entfernen. Wachs entfernt die Haare meist mit der Wurzel und deshalb dauert es bis zu 4 Wochen, bis das Haar wieder nachwächst.

Die erste Revolution im Rasierbereich löste Gillette aus. Bereits 1895 erfand er einen Rasierer mit Wegwerfklingen. 1915 führte Gillette einen Rasierer speziell für Frauen ein. Jacob Schick erfand dann 1931 den elektrischen Rasierer. Wenig später stellte Remington einen Doppelkopf Rasierer und einen Elektrorasierer für Frauen vor. Ende des 19.Jahrhunderts versuchten Physiker die Haarwurzel mit folgender Methode dauerhaft zu zerstören: Eine spitze Nadel mit Schwefelsäure wurde in den Haarkanal eingeführt. Ein verfeinertes Verfahren wurde im 20 Jahrhundert unter dem Begriff „Elektrolyse“ bekannt. Dabei wird eine feine Nadel in den Haarkanal eingeführt, um die Wurzel mit einem elektrischen Impuls zu zerstören. An der gleichen Stelle kann jedoch eine neue Wurzel entstehen, das Haar wächst erneut nach. Moderne Techniken greifen auch auf Laser und Licht zurück, um Haarwurzeln zu zerstören.

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